Sieben Gründe, sich in Berlin zu verlieben

Literarischer „Liebesbrief“ von Widad Nabi an Berlin

Widad Nabi © Minor Kontorسبعةُ أسباب لتقع في حب برلین

لي في برلين قرابة عامين.
عامان ونهري شبريه وهافل يتدفقان من الشمال لجنوب قلبي، أجلسُ على ضفافهما أقشِّرُ مِلح اللجوء والهروب وبحر إيجه من بشرتي الحنطيَّة وذاكرتي، لأبدِّل الأسى الذي نما كالإشنيات والطحالب البحرية على جسدي وفي عيني بجمالٍ أزهار الأوركيد التي  تزهر في شوارع، مقاهي، ومكتبات برلين.
أُراكم في عامين ذكريات تُعادل عمر شخص ألماني يذهب لشيخوخته التسعين بسعادة وخفة. وكأني أرغب بزيادة ثقلي بزيادة حكاياتي في المدينة.
رغم جبال الذكريات تلك، أعاني من خوف عميق أن تُسرق مني برلين كما سرق مني سابقاً مسقط رأسي كوباني، وحلب التي كبرت وعشت فيها. لأن المدن تسرق وتسلب من المرء، ولا يتخلَّى عنها طواعية.
فحين هاجم اليابانيون ميناء بيرل هاربر ودفعوا بذلك الولايات المتحدة الأمريكية لدخول الحرب العالمية الثانية، قامت الأخيرة  بطرد كل اليابانيين الذين عاشوا طفولتهم وحياتهم في المدن الأمريكية. لا لشيء سوى لأن الحرب لا قلب لها، والحكومات لا تقرّ بالانتماء إلا على أساس لون البشرة والملامح ولا تعترف بالحب والذكريات التي يحملها الغريب للمدن التي احتضنته  في أشد لحظات حياته ألماً وعتمة.
ولأنني لا أؤمن بالحروب والقوميات والأعراق والحدود:
أكتب اليوم لبرلين حتى لو كنت مواطنةً عابرةً على أرضها
لمن سيزورها يوماً بعد عشرات الأعوام حين لن أكون سوى حفنة عظام في مقبرة ما
أكتب رسالة حب من غريبة، شاعرة، مهاجرة ولاجئة تحلم بعالمٍ بلا خرائط لأطفالها
أكتب لكلِّ الأطفال الذين لم يولدوا بعد.

-1-
على بعد عدة أمتار من نقطة التفتيش الحدودية تشارلي بالقرب من جدار برلين، أقفُ لألتقط صوراً لي.
هناك حيث حاول الشاب الألماني“ بيتر فيشتر“ عبور الحائط ليصل إلى الجهة الغربية ويعيش حياة الحرية التي لاتزالُ تحلمُ بها الكثير من الشعوب تحت قبة هذه السماء، لكن „بيتر “ لقي حتفهُ في ممر الموت بين الشرق والغرب، تربّصَ له الموت في كليتهِ على شكل رصاصة.
كيف تحوّل ذلك الجدار الذي كان أقسى من مجرد كونه أسمنتاً وحديداً، وجلاداً يحطم الأحلام والحب والذكريات، إلى حائط ملون يلتقط حولهُ عابروا برلين صوراً للذكرى وعلى وجوههم ابتسامات تقول للألم القديم لقد تجاوزناك أيها الألم ، أيتها الحرب، لقد خلقنا „لبيتر فيشتر “ أجنحة ليطير لكل العالم بحرية.
-2-
في برلين لن يموت أحد جوعاً، كما حدث مع بطل رواية الجوع لكنوت هامسون في النرويج.
برلين الأليفة والرحيمة بالفقراء والغرباء والمهجَّرين، ستطعمهم كما تطعمُ عصافيرها الصغيرة والبجع والبط  في بحيراتها وأنهارها..
هناك دوماً يدٌ ما، يد حنونة تنثرُ الخبز وتتقافز حولها الطيور الجائعة.
-3-
في مشهدٍ يبدو مُقتطفا من فيلم سينمائي فرنسيٍّ قديم، يودّع عجوزٌ سبعيني امرأته على رصيف القطار المتجه إلى كولن في المحطة الرئيسية في برلين، وسط تدافع الركاب للصعودِ. يطبع قبلة على فمها الرقيق كما لو كان سنبلة قمح من مسقط رأسي. يصعد إلى القطار، يضع حقيبته في العربة وينزل مجدداً بعكازه وخطواتهِ البطيئة المتعبة ليطبع قبلة وداع ثانية على فمِ المرأة العجوز التي كانت تودعه على رصيف المحطة..
أنظر إليهما فتدمعُ عيناي، لماذا تنمو القسوة والحروب في بلداننا فيما الحب بسيط وجميل ورقيق هنا في برلين الشبيهة  بشمسٍ تشرقُ لأوّل مرة على بلادٍ باردة .
-4-
الحب في برلين ينمو دون أن يلتفت لحواجز اللغة، كصعوبة نطق كلمة المعذرة بالألمانية لأول مرة.
ينمو على ضفاف الحياة وهامش حياة السكان ـ  كما يحدث بيني وبين شريكتي الكاتبة الألمانية أنيت كروشنير.
أنيت أهدتني قالب صابون برائحة الغار مكتوب عليه „صابون حلب“ في قلب العاصمة الألمانية برلين، لأنها تدرك بصفاء قلبها المفتوح للهاربين والغرباء كما قلب المدينة أن رائحة هذا الصابون واسمه يعنيان لي الكثير الكثير..
أعادني هذا اللوح الصغير  بكلماته المرصوفة إلى حياتي القديمة هناك، إلى الحارات الضيقة القديمة التي تشتهر بصناعة الصابون ويباع فيها عند كل زاوية. أما الغار، فمن أين لأنيت أن تعرف أن رائحته هي رائحة الحب في ذاكرتي، رائحة رجل أحببتهُ مرة وعلقت رائحته تحت جلدي للأبد.
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برلين الساحرة، تشبه „علبة ملونة ومزخرفة“ مخفيّة في صندوق الجدات الشرقيات، تفاجئني بأمنيات باندورا تتقافز أمامي عند فتحها.
بإمكان الغريب أن يضيع في شوارعها ولكنه سيجد لنفس مكاناً  تحت شمسها. مدينة لا تبحث عن هويات أو انتماءات فهي تنتمي لهويتها التي لا لون لها، وهذا بالضبط ما يجعلها مدينة محببة وساحرة إلى هذا الحد. لأنها لا تعترف بلون محددٍ لها ولسكانها، تُقصي برلين الهويات المختلفة بعيداً ..تحاول أن تشكل هوية جديدة من هويات متعددة..
في برلين أقضي حياتي في صنع الحكايات والقصائد، أتنقل بين محطاتها لأصيغ حكايات جديدة، كتعويض عن أخرى قديمة فقدتها بين حرب وهرب، في هذه المدينة تعلمت جيداً أنهُ لا اختلافات حقيقية بين البشر إلا بما يحلمون به.
لا لون البشرة ولا الهوية القومية ولا المعتقدات الدينية ولا أي شيء من هذا الهراء هو ما يجعل البشر مختلفين، فقط ما يحلمون به. الأحلام هي التي تصنع الفروقات بين البشر.
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أتخيّل نفسي منذ الآن في عمر السبعين، إن بلغته، جالسة على ضفاف نهر شبريه في برلين وحولي أحفادي نُطعم طيورها فيما أسرد لهم كيف غيَّر هذا النهر مجرى حكاية جدتهم الجميلة (ويجب أن يقتنعوا أنني سأكون برلينية جميلة في السبعين). وكيف غيرت برلين مسار حكايات الآلاف من المهجَّرين في هذا العالم ووجدوا حكاياتهم الصغيرة التي تصلح لتُسرد في كتابٍ لألف ليلة وليلة.
-7-
قرأت في موقع ألماني هذه العبارة باللغة الألمانية:
Erinnerungen sind das Land
aus dem wir nicht vertrieben werden koennen
الذكريات .. هي الوطن الذي لا يُـهَــجَّر منه أحد
وبناء عليها، أعرف أنني لن أغادر برلين أبداً ..فلي فيها وطن ومنفى من الذكريا

Seit fast zwei Jahren lebe ich in Berlin.
Zwei Jahre nur, und schon fließen die Spree und die Havel vom Norden zum Süden meines Herzens. Dort, wo ich an ihren Ufern sitze, löst sich das Salz der Flucht und der Ägäis von meiner hellbraunen Haut und meiner Erinnerung ab. Das Leid, das wie Flechten und Meeresalgen auf meinem Körper und in meinen Augen gewachsen ist, wird abgelöst durch die Schönheit der Nachtfalterorchidee, die in den Berliner Straßen, Cafés und Buchläden blüht.
Obwohl es nur zwei Jahre sind, habe ich in Berlin so viele Erinnerungen angesammelt wie eine Deutsche, die allmählich auf die Neunzig zugeht.
Trotz all dieser schönen Erinnerungen habe ich große Angst, dass Berlin mir abhanden kommen könnte wie meine Heimatstadt Kobani und Aleppo, wo ich aufgewachsen bin. Niemand gibt seine Städte freiwillig auf, Städte werden geraubt.

Nach Pearl Harbour haben die Amerikaner Japaner, die in den amerikanischen Städten lebten, interniert. Und warum? Weil der Krieg herzlos ist. Für die Regierungen ist die Zugehörigkeit abhängig von Hautfarbe und Aussehen. Sie erkennen weder die Liebe an, die ein Fremder für ihre Städte empfindet noch die Erinnerung, die er mit ihnen verbindet. Dabei waren es diese Städte, die den Fremden in seiner Not und den schwierigsten Zeiten seines Lebens aufgenommen haben.

Weil ich nicht an Kriege, Nationalitäten, Rassen und Grenzen glaube, schreibe ich heute über Berlin, auch wenn ich nur eine vorübergehende Einwohnerin dieser Stadt bin. Ich schreibe für die, die eines Tages, vielleicht Jahrzehnte später, die Stadt besuchen werden; dann, wenn ich nur noch eine Handvoll Knochen auf irgendeinem Friedhof bin. Ich schreibe einen Liebesbrief als Freundin, als Dichterin, als Einwanderin und als Geflüchtete, die um ihrer Kinder willen von einer Welt ohne Landkarten träumt. Ich schreibe für alle Kinder, die noch nicht geboren sind.

1
Ein paar Meter vom Checkpoint Charlie entfernt, in der Nähe der Berliner Mauer, bleibe ich stehen, um Fotos von mir zu machen. Dort versuchte der damals achtzehnjährige Peter Fechter, die Mauer nach Westen zu überwinden, um in der Freiheit zu leben, von der zahlreiche Völker immer noch träumen, aber er starb im Todesstreifen zwischen Ost und West. Der Tod lauerte in Form einer Kugel auf seine Niere.
An dieser grausamen Mauer stand ein Henker. Sie war nicht nur aus Zement und Metall, sondern zerstörte Träume, Liebe und Erinnerungen. Später verwandelte sie sich zu einer bunten Mauer, an der die Besucher von Berlin lächelnd Erinnerungsfotos machten, als ob sie sagen wollten: die alten Schmerzen sind überwunden. Zum Krieg sagen sie: Wir haben für Peter Fechter Flügel erschaffen, damit er überall in der Welt frei umher fliegen kann.

2
In Berlin wird niemand verhungern, so wie es in Norwegen dem Helden aus Knut Hamsuns Roman „Hunger“ passierte. Berlin, die vertraute Stadt ist mitfühlend mit den Armen, Fremden und Vertriebenen, sie wird sie satt machen wie sie auch ihre kleinen Vögel satt macht, ihre Schwäne und Enten in den Seen und Flüssen. Es gibt in Berlin immer eine Hand, eine zarte Hand, die Brot ausstreut, und die hungrigen Vögel flattern herbei.

3
In einer Szene wie aus einem alten französischen Film verabschiedet sich ein siebzigjähriger Mann mitten im Gedränge von seiner Frau am Hauptbahnhof. Der Zug, der Richtung Köln fährt, ist schon eingefahren. Er küsst ihren zarten Mund. Er steigt ein, stellt seinen Koffer ins Wageninnere und steigt langsam wieder aus, gestützt auf seinen Stock, um der alten Frau noch einen zweiten Abschiedskuss auf den Mund zu geben. Während ich die beiden beobachtete, schossen mir Tränen in die Augen: Warum entstehen Grausamkeiten und Kriege in unseren Ländern, während die Liebe in Berlin so einfach, schön und zärtlich ist wie eine Sonne, die zum ersten Mal auf ein kaltes Land scheint?

4
In Berlin entwickelt sich die Liebe, ohne auf Sprachbarrieren zu achten. Niemand achtet darauf, wie schwierig es ist, das Wort „Entschuldigung“ zum ersten Mal auszusprechen. Die Liebe wächst hier am Ufer und am Rande des Lebens der Einwohner, so wie zwischen mir und meiner Tandempartnerin, der deutschen Schriftstellerin Annett Gröschner. Im Herzen der deutschen Hauptstadt schenkte mir Annett eine nach Lorbeer duftende „Aleppo-Seife“. Sie spürte in ihrem Herzen, das offen für Geflüchtete und Fremde ist, dass der Geruch dieser Seife und ihr Name mir viel bedeuten. Dieses kleine Stück Seife brachte mich in mein altes Leben nach Aleppo zurück, in die alten engen Gassen, die berühmt für die Seifenherstellung sind und wo Seife an jeder Ecke verkauft wird.
Woher wusste Annett, dass der Duft von Lorbeer in meinem Gedächtnis der Duft der Liebe ist, der Duft eines Mannes, den ich einst liebte und dessen Duft an meiner Haut für immer haften blieb?

5
Das bezaubernde Berlin ähnelt einer bunt verzierten Kiste, versteckt in der Truhe einer orientalischen Großmutter, sie überrascht mich mit Geschenken der Pandora, wenn ich sie öffne. Der Fremde kann auf Berliner Straßen verloren gehen, aber er wird einen Platz unter der Sonne finden. Berlin ist eine Stadt, die keine Identitäten oder Zugehörigkeiten sucht, ihre Identität ist farblos. Das ist es, was aus ihr eine so charmante und beliebte Stadt macht. Berlin akzeptiert nicht, dass es nur eine bestimmte Farbe für sich und seine Bewohner gibt. Es versucht, eine neue Identität aus den verschiedenen Identitäten zu bilden.

Ich verbringe in Berlin meine Zeit damit, Geschichten und Gedichte zu schreiben, ich wandere zwischen den Stationen hin und her, um neue Geschichten zu sammeln, als Ausgleich für die alten, zwischen Krieg und Flucht verlorengegangenen. Keine Hautfarbe, keine nationale Identität, keine religiöse Zugehörigkeit, nichts von all dem macht den Unterschied zwischen den Menschen aus, nur ihre Träume unterscheiden sie voneinander.

6
Ich stelle mir jetzt vor, ich wäre siebzig Jahre alt und säße am Spreeufer, um mich herum meine Enkelkinder, sie fütterten die Vögel, und ich erzählte ihnen, wie dieser Fluss den Verlauf der Geschichte ihrer schönen Großmutter verändert hat. Ich bin mir sicher, dass ich mit siebzig eine schöne Berlinerin sein werde. Ich werde ihnen auch erzählen, wie sich Berlin im Verlauf der Geschichten tausender Vertriebener in dieser Welt verändert hat. Ihre kleinen Geschichten könnten in einem Buch von Tausend und einer Nacht erzählt werden.

7
Auf einer deutschen Website las ich das Zitat von Jean Paul: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Und so weiß ich jetzt, dass ich Berlin nie verlassen werde. Ich habe in dieser Stadt eine Heimat und ein Exil aus Erinnerungen.

Widad Nabi wurde in Kobani geboren und lebt heute in Berlin. Die syrisch-kurdische Schriftstellerin studierte Wirtschaftswissenschaften in Aleppo. Sie veröffentlichte zahlreiche Texte in Zeitungen und Magazinen. In Deutschland publizierte sie u.a. in der Berliner Zeitung, SPON und Kursbuch. Ihr erstes Buch auf Deutsch erschien 2019. Im Jahr 2018 erhielt sie das erste „Weiterschreiben-Stipendium Wiesbaden“.

In ihren Werken verarbeitet Nabi ihren Neuanfang in Berlin und ihr Heimweh nach Kobani und Aleppo. Dieser Text ist ein „Liebesbrief“ an Berlin, eine Stadt, als dessen „vorübergehende Einwohnerin“ sich Nabi beschreibt. Auch in anderen Texten beschäftigt sich Widad Nabi mit diesem Verlust von vertrauten Orten, Menschen und Sprachen, aber auch mit ihrem Ankommen in der neuen Stadt Berlin. Ihre bei Weiterschreiben veröffentlichten Gedichte können dort auch angehört werden.

Nabi, Widad, 2018: Sieben Gründe, sich in Berlin zu verlieben, erstmals veröffentlicht in: Weiter Schreiben, URL: https://weiterschreiben.jetzt/texte/widad-nabi-sieben-gruende-sich-in-berlin-zu-verlieben/ (11.06.2020). Übersetzung aus dem Arabischen von Suleman Taufiq.

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