Erfahrungen von Diskriminierung und Ausgrenzung

Das Wort „Ausgrenzung“ beinhaltet das Wort „Grenze“. Wer ausgrenzt, errichtet eine Grenze zwischen sich und anderen. Ausgrenzungsmechanismen finden nicht nur innerhalb von Gesellschaften statt, sondern auch an den Außengrenzen bestimmter Nationalstaaten (und Staatenverbünde) oder weit von diesen Grenzen entfernt. Was dabei gemeinhin als Diskrimi­nierung und was als gesellschaftlich zulässige bzw. nicht rechtlich zu belangende Ungleichbehandlung gilt, ist abhängig vom jeweiligen historischen Kontext und wird seit Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Dezember 1948 zunehmend kontrovers diskutiert. Die strukturelle Ausgrenzung geht dabei mit einem stereotypisierenden Diskurs einher, der Menschen auf ihre „Flucht“ reduziert und ihrer Individualität und ihres Menschseins beraubt.

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Kapitel 6

„Kein Mazzesbäcker in Schepetowka oder Berditschew hat je geahnt, dass seine Nachfahren das gleiche Gewerbe in Paris betreiben und über ihrer Backküche die stolzen Worte prangen werden: ‚Fabrique du pain azymé.'“