Asile de Nuit, Asile de Jour et Créche Israelites

Die Geschichte des Asile de Nuit, Asile de Jour et Créche Israelites (Israelisches Nachtasyl, Tagesasyl und Kinderkrippe) reicht bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als vierzig Philanthropen die Jüdische Asyl-Philanthropische Gesellschaft gründeten, um vor Pogromen nach Paris Geflüchteten zu helfen. In den 1930er Jahren wurde das Asile de Nuit, Asile de Jour et Créche Israelites wieder Anlaufpunkt für insbesondere deutsch-jüdische Geflüchtete, die der nationalsozialistischen Verfolgung vorerst nach Paris entkamen und weitestgehend auf Unterstützung angewiesen waren. In diesen Originalaufnahmen wurden die verschiedenen Aktivitäten im Asile dokumentiert.

Am Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts migrierten vermehrt Jüdinnen*Juden aus Osteuropa u.a. nach Frankreich, um wirtschaftlicher Not und Pogromen zu entkommen. 1900 wurde daraufhin die Jüdische Asyl-Philanthropische Gesellschaft in Paris gegründet.

Die Räumlichkeiten des Israelitischen Asyls befanden sich zunächst in der Rue du Figuier 15 im Stadtteil Marais, dem Pletzl (der kleine Platz auf Jiddisch). Im Jahr 1910 wurde dann im 18. Arrondissement (42 rue des Saules) ein Nachtasyl gebaut. Der Film dokumentiert die Unterkunft in der Rue de Chevalier de Barre im Stadtteil Montmartre. Die Aktivitäten des Asyl schlossen die Beratung und Unterkunft ein, Essensausgabe und Bildungsangebote sowie Kinderbetreuung mit ein. Das Asyl ist ein gutes Beispiel dafür, wie Infrastrukturen für Geflüchtete wiederverwendet werden und Unterstützungsarbeit transhistorisch aufeinander aufbaut.

March of Time – outtakes – Jewish Refugees in Paris

Steven Spielberg Film and Video Archive, United States Holocaust Memorial Museum, Public Domain

Reworked and edited by Miriam Schulz

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