Selbsthilfe von Jüdinnen*Juden in Vilnius. Alternativen zu Philanthropie und „Willkommenskultur“

Jüdische Wohlfahrt war seit jeher tief verwurzelt in jüdischen Gemeindestrukturen (kehillot) Osteuropas. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts durchliefen die traditionellen Formen aufgrund der zunehmend prekären ökonomischen Lage sowie der Verschlechterung des rechtlichen Status der jüdischen Bevölkerung einen grundlegenden Wandel. Neue Akteure transformierten das System von einem, das sich auf die kurzsichtige Verbesserung von Symptomen fokussierte, hin zu einem, das sich den strukturellen lokalen Ursachen widmete und auf der Grundlage gemeinschaftlichen Zusammenwirkens fußte. 11E.g. Löwe, Heinz-Dietrich, 1997: From charity to social policy: The emergence of Jewish ‘self-help’ organizations in imperial Russia, 1800–1914, pp. 53–75 in: East European Jewish Affairs 27 (2); Kassow, Samuel, 2007: Organizing the Community. Self-help and Relief, pp. 90–144 in: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press. Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ 22Kassow, Samuel, 2007: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press, p. 147. wurde zum elementaren Bestandteil jüdischer Gemeinden, wie beispielsweise in Vilnius. Sie kam im Verlauf der Ersten Weltkrieges und während des Russischen Bürgerkrieges zur Unterstützung jüdischer Kriegsgeflüchteter zum Einsatz und avancierte während des Holocaust zum entscheidenden Mittel jüdischen Widerstands in Osteuropa. 33E.g. Kassow, Samuel, 2007: Organizing the Community. Self-help and Relief, pp. 90–144 in: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press; Schulz, Miriam, 2016: Der Beginn des Untergangs. Die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Polen und das Vermächtnis des Wilnaer Komitees. Berlin: Metropol. Als Alternative zu Philanthropie und „Willkommenskultur“ kann sie als Roadmap für eine inklusive Geflüchteten-Selbsthilfe über ethnische, ethnisierende und rassistische Abgrenzungen hinaus dienen.

    Fußnoten

  • 1E.g. Löwe, Heinz-Dietrich, 1997: From charity to social policy: The emergence of Jewish ‘self-help’ organizations in imperial Russia, 1800–1914, pp. 53–75 in: East European Jewish Affairs 27 (2); Kassow, Samuel, 2007: Organizing the Community. Self-help and Relief, pp. 90–144 in: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press.
  • 2Kassow, Samuel, 2007: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press, p. 147.
  • 3E.g. Kassow, Samuel, 2007: Organizing the Community. Self-help and Relief, pp. 90–144 in: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press; Schulz, Miriam, 2016: Der Beginn des Untergangs. Die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Polen und das Vermächtnis des Wilnaer Komitees. Berlin: Metropol.

Zwischen dem 27. und 30. Oktober 1938 wurden circa 16 000 Juden mit polnischem Pass zusammengetrieben und aus ihren deutschen Heimatorten an die polnische Grenze deportiert. Mit der sogenannten „Polenaktion“ reagierte das nationalsozialistische Deutschland auf die vom polnischen Parlament im März 1938 veranlasste Gesetzesänderung, die vorsah, polnischen Staatsbürger*innen, die länger als fünf Jahre im Ausland lebten, die Staatsbürgerschaft zu entziehen und sie somit für staatenlos zu erklären. Von polnischer Seite wollte man hiermit einer Massenausweisung der im Deutschen Reich lebenden Jüdinnen*Juden nach Polen zuvorkommen, die man nach dem Anschluss Österreichs erwartete. Den Deportationszügen wurden an der Grenze von Polen die Einreise verwehrt. Die Grenzstadt Zbąszyń wurde so ad hoc zum Geflüchtetenlager.

Unter der Deportierten befanden sich Sendel und Rifka Grynszpan aus Hannover zusammen mit zweien ihrer drei Kinder. Ihr drittes Kind Heschel lebte zu diesem Zeitpunkt in Paris. Aus Protest erschoss dieser am 7. November 1939 den deutschen Diplomaten Ernst von Roth in der deutschen Botschaft Paris. Das deutsche Propagandaministerium verlor keine Zeit und nahm Grynszpans Akt des politischen Aufschreis und persönlicher Notwehr zum Anlass, die jüdische Bevölkerung in den Novemberpogromen am 9./10. November 1938 auf bis dato beispiellose Weise zu terrorisieren. 44Zu den Novemberprogromen 1938, siehe Steinweis, Alan E., 2009: Kristallnacht 1938. Cambridge: Harvard University Press; Garbarini, Alexandria/Kerenji, Emil/  Lambertz, Jan/ Patt, Avinoam, 2011: Jewish Responses to Persecution, Vol. II, 1938–194. Lanham: AltaMira, pp. 3–6; Gilbert, Martin, 2006: Kristallnacht: Prelude to Destruction. New York: HarperCollins.

Zur gleichen Zeit mobilisierten polnisch-jüdische Hilfsorganisationen für die in Zbąszyń festsitzenden jüdischen Geflüchteten alle zur Verfügung stehenden Ressourcen, führten Fundraisingkampagnen und Spendenaktionen durch und sammelten so innerhalb von kürzester Zeit insgesamt 3.5 Million Złoty (1938: 700 000 Dollar), Decken, Kleidung, und andere Verpflegung. Hauptverantwortlich für diese Hilfsaktionen waren die TOZ, das CENTOS (Zentralbüro für den Gesellschaftsverband für Fürsorge für verwaiste und verlassene Kinder (Centrala Związku Towarzystw Opieki nad Sierotami i Dziećmi Opuszczonymi)) und die Warschauer Dependance des American Jewish Joint Distribution Committee (Joint) 55Bauer, Yehuda, 1981: American Jewry and the Holocaust. The American Jewish Joint Distribution Committee 1939–1945. Detroit: Wayne State University Press, pp. 21–25., angeführt von Yitskhok Giterman 66Yitskhok Giterman (1889-1943) war von 1926-1923 Direktor des Joint in Polen. Nachdem er 1939 zunächst aus Polen geflohen war, kehrte er 1940 zurück und leitete weiter die Operationen des Joint mit. Nach der Gründung des Warschauer Ghettos setzte er sich für die Belange seiner Bewohner*innen ein und unterstützte auch Widerstandsgruppen im Untergrund. Er wurde am 1943 von SS Soldaten ermordet. Vgl. United States Holocaust Memorial Museum: Yitzhak Gitterman, in USHMM Holocaust Encyclopedia: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/yitzhak-gitterman (17.10.2019) und Emanuel Ringelblum 77Emanuel Ringelblum (1900-1944) war ein jüdisch-polnischer Historiker, politischer Aktivist, Mitarbeiter in Hilfsorganisationen und Leiter und Chronist des geheimen Warschauer Ghettoarchivs. Als Historiker beschäftigte er sich vor allem mit der Geschichte der polnischen Jüdinnen*Juden, insbesondere in Warschau. Die Erforschung ihrer Geschichte – und damit ihrer historischen Teilhabe an der polnischen Gesellschaft – wollte sich Ringelblum auch die politische Eingliederung der polnischen Jüdinnen*Juden starkmachen. Zudem engagierte er sich in Jiddischen Kulturvereinen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Ringelblum für jüdische Hilfsorganisationen. Insbesondere gründete er 1940 ein geheimes Archiv zur Dokumentation des Lebens im Warschauer Ghetto. Bis zu seiner Ermordung durch die Nazis 1944 schrieb Ringelblum weiter an historischen Werken, die auch die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Polens während des Zweiten Weltkriegs dokumentierten. Vgl. Kassow, Samuel: Ringelblum, Emanuel, in: The YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe: https://yivoencyclopedia.org/article.aspx/Ringelblum_Emanuel (17.10.2019). Der Joint war im November 1914 als Hilfsorganisation zur Unterstützung jüdischer Opfer des Ersten Weltkrieges gegründet worden und konnte schon vor dem Zweiten Weltkrieg eine lange Liste von Hilfsmaßnahmen für europäische Jüdinnen*Juden vorweisen. 88Zu Zbąszyń, siehe Alina Bothe/Gertrud Pikhan (ed.), 2018: Ausgewiesen! Berlin, 28. 10.1938: Die Geschichte der „Polenaktion“. Berlin: Metropol; Alexandria Garbarini/Emil Kerenji/Jan Lambertz/Avinoam Patt (eds.), 2011: Jewish Responses to Persecution, Vol. II, 1938–1940. Lanham: AltaMira, pp. 3–7; Kassow, Samuel, 2007: Chapter 4: Organizing the Community. Self-help and Relief, pp. 90–144 in: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press.

Scheinen die bisher beschriebenen Maßnahmen noch im Bereich eher traditioneller Flüchtlingshilfe, war es insbesondere die Arbeit des Joint in Zbąszyń selbst, die auf einzigartige Weise das Prinzip jüdischer Hilfe zur Selbsthilfe mit Geflüchtetenhilfe verband und Zbąszyń von einem Lager in eine Stadt verwandelte. Ihre Aktivitäten stehen wegführend für Selbsthilfe von Jüdinnen*Juden während des Holocaust, stellen aber auch eine Direktive für Modelle der Geflüchtetenselbsthilfe heute dar.

Lieber Raphael 99Raphael Mahler (1899–1977) war polnisch-jüdischer Historiker. Mit Emanuel Ringelblum gründete er den Kreis Junger Jüdischer Historiker, der sich schließlich mit der Historischen Abteilung des Yidishn visnshaftlekhn Institut (YIVO) affiliierte. Er war hier aktiv als Wissenschaftler und Redakteur des institutseigenen Journals involviert. Als Historiker veröffentlichte seine historischen Studien auf Jiddisch, Polnisch, Deutsch, Hebräisch und Englisch. Sein Hauptwerk Divre yeme Yisra’el: Dorot aḥaronim (Geschichte des Jüdischen Volkes in der Moderne; 1952–1979) ist mit sieben veröffentlichten Bänden unvollendet und liegt in der Kurzfassung auf Jiddisch, Hebräisch und Englisch vor. 1937 emigrierte Mahler in die Vereinigte Staaten, wo er am YIVO und am Jewish Teachers‘ College in New York unterrichtete. 1950 zog er weiter nach Israel, wo sein Werk 1977 mit dem prestigeträchtigen Israel Prize ausgezeichnet wurde.,

Ich befinde mich jetzt in Środborów, um mich auszuruhen. Ich habe fünf Wochen in Zbąszyń gearbeitet. […] Im Verlauf dieser fünf Wochen, haben wir (ursprünglich Giterman 1010Yitskhok Giterman (1889-1943) war von 1926-1923 Direktor des Joint in Polen. Nachdem er 1939 zunächst aus Polen geflohen war, kehrte er 1940 zurück und leitete weiter die Operationen des Joint mit. Nach der Gründung des Warschauer Ghettos setzte er sich für die Belange seiner Bewohner*innen ein und unterstützte auch Widerstandsgruppen im Untergrund. Er wurde am 1943 von SS Soldaten ermordet. Vgl. United States Holocaust Memorial Museum: Yitzhak Gitterman, in USHMM Holocaust Encyclopedia: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/yitzhak-gitterman (17.10.2019), Ginzberg und ich, und nach zehn Tagen dann ich und Ginzberg) eine ganze Stadtgemeinde aufgebaut mit Versorgungsabteilungen, Krankenverpflegung, Tischlereien, Schneidern, Schuhmachern, Büchern, mit einem juristischen Bereich, einer Migrationsstelle und unserer eigenen Post (mit 53 Mitarbeitern), einer Fürsorgestelle, einem Schiedsgericht, mit einem Organisationskomitee und einem geheimen Kontrolldienst, einem Reinigungsservice und umfassenden sanitären Einrichtungen usw. […] Das wichtigste ist, dass es sich hier nicht um eine Situation handelt, wo einige geben und andere bekommen. Die Geflüchteten sehen uns als ihre Brüder, die gekommen sind, um ihnen in Zeiten von Not und Tragödien zu helfen. Fast alle verantwortungsvollen Aufgaben werden von Geflüchteten übernommen. […] Es gibt hier keinen verschimmelten Geist der Philanthropie, der sich so einfach in unsere Arbeit hätte einschleichen können. […] Keiner wurde gedemütigt. […]

Bitte nimm meine wärmsten guten Wünsche und Küsse an,

Emanuel 1111Document 1-1: Brief von Emanuel Ringelblum, Środborów, Polen, to Raphael Mahler, New York City, 6. Dezember 1938, Moreshet Mordechai Anielevich Memorial Archive D.1.4927 (Original auf Jiddisch) hier übersetzt aus dem Englischen in: Alexandria Garbarini/Emil Kerenji/Jan Lambertz/Avinoam Patt (eds.), 2011. Jewish Responses to Persecution, Vol. II, 1938–1940. Lanham: AltaMira, pp. 6–7.
Emanuel Ringelblum (1900-1944) war ein jüdisch-polnischer Historiker, politischer Aktivist, Mitarbeiter in Hilfsorganisationen und Leiter und Chronist des geheimen Warschauer Ghettoarchivs. Als Historiker beschäftigte er sich vor allem mit der Geschichte der polnischen Jüdinnen*Juden, insbesondere in Warschau. Die Erforschung ihrer Geschichte – und damit ihrer historischen Teilhabe an der polnischen Gesellschaft – wollte sich Ringelblum auch die politische Eingliederung der polnischen Jüdinnen*Juden starkmachen. Zudem engagierte er sich in Jiddischen Kulturvereinen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Ringelblum für jüdische Hilfsorganisationen. Insbesondere gründete er 1940 ein geheimes Archiv zur Dokumentation des Lebens im Warschauer Ghetto. Bis zu seiner Ermordung durch die Nazis 1944 schrieb Ringelblum weiter an historischen Werken, die auch die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Polens während des Zweiten Weltkriegs dokumentierten. Vgl. Kassow, Samuel: Ringelblum, Emanuel, in: The YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe: https://yivoencyclopedia.org/article.aspx/Ringelblum_Emanuel (17.10.2019)

Als der Beginn des Zweiten Weltkriegs weniger als ein Jahr später eine regelrechte Massenflucht Richtung Osten auslöste und zu einer humanitären Krise unbekannten Ausmaßes führte, wurde die jüdische Hilfstätigkeit vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Doch konnte man sich auf frühere Erfahrungen berufen. So auch in Vilnius.

Die großen Aktivitäten auf dem Gebiet der Flüchtlingshilfe fingen an, nachdem Vilnius an Litauen übertragen worden war und mit dem Ankommen von über 2000 von den Deutschen Vertriebenen aus der Suwałki-Region, dem sogenannten „Niemandsland“. Diese Geflüchteten, die nackt, gepeinigt, verlaust und schmutzig ankamen, nachdem sie sich für lange Zeit über Felder und Torfgruben geschleppt hatten, bekamen von den Autoritäten die Erlaubnis, in Litauen zeitweilig zu bleiben. Deswegen kam es zu der Umwandlung unseres „Gesundheitshauses“ [TOZ-OZE] in ein Zentrum für Flüchtlingshilfe. 1212Kruk, Herman, 1940: Vos OZE tut far di pleytim, pp. 14–15 in: Folksgezunt. Ilustrtrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higene un meditsin 4 (April 1940), pp. 14–15. Deutsche Übersetzung © Minor.

In Vilnius gab es eine Anzahl von jüdischen Hilfsorganisationen, die sich der Not der Geflüchteten direkt ab September 1939 annahmen und auf innerjüdische Kooperation setzten. Auch hier war es TOZ-OZE, die mit als erste Organisation anpackte. TOZ bezeichnet die 1921 in Warschau gegründete sogenannte „Gesellschaft für Sicherung der Gesundheit der Jüdischen Bevölkerung in Polen”. Dahingegend folgte der Name des litauischen Äquivalents, das ebenfalls 1921 entstanden war, der russischen Muttergesellschaft OZE. Im zwischen Polen und Litauen umkämpften Vilnius waren 1939 daher beide Bezeichnungen im Umlauf. Selbst ihre hauseigene Zeitschrift Folksgezunt: Ilustrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higyene un meditsin (Volksgesundheit. Illustriertes populär-wissenschaftliches Journal für Hygiene und Medizin), bei der es sich um die erste jüdische Zeitschrift handelt, die im litauischen Vilnius veröffentlicht wurde, wechselte ständig zwischen den Bezeichnungen TOZ und OZE. Neben TOZ-OZE gab es außerdem seit 1918 einen Ableger der „Gesellschaft für handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeit unter Juden in Russland” (ORT), die allein in der ersten Hälfte 1940 5.000 Menschen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft OZE mit Arbeit, Beihilfe und Essen unterstützte. 1313ORT in Vilnius [Webseite erstellt vom Vilna Gaon State Jewish Museum], ortinlithuania.ort.org/ort_in_vilnius.htm [10.9.2019].

Sowohl TOZ-OZE als auch ORT bezogen wiederum starke finanzielle Unterstützung von dem schon erwähnten Joint, das in der Zeit zwischen dem 1. August 1939 und dem 1. Juli 1940 schon drei Millionen Litas zur Verfügung gestellt hatte. Als sich die Neutralität Litauens im September 1939 abzeichnete, zögerte man nicht lange und besetzte den potentiell sicheren Posten auch personell.

Der internationale Druck sowie ein „lukratives“ Abkommen über internationale Flüchtlingshilfe veranlasste Litauen zu einer Entschärfung der Flüchtlingspolitik. Das eher unorganisierte Geflecht aus jüdischen und nichtjüdischen Hilfsorganisationen sollte im Rahmen des Flüchtlingsgesetzes vom 20. Januar 1940 in den Händen des litauischen Roten Kreuzes zentralisiert werden, was jedoch zunächst von jüdischer Seite auf Misstrauen und Ablehnung stieß, da man sich nicht sicher sein konnte, ob die Unterstützung jüdische Hilfsbedürftige wirklich erreichen würde. In Verhandlungen einigte man sich dann auf die Schaffung eines „Laienkomitees für Geflüchtetenhilfe“, unter dem alle jüdischen Hilfsorganisationen zusammengefasst waren. Dieses Komitee fungierte sowohl als Teil der kehillah (jüdischen Gemeindeorganisation) in Vilnius als auch als eines von fünf Unterkomitees des Litauischen Roten Kreuzes, welches wiederum vor allem von ausländischen Geldgebern, aber auch aus der litauischen Staatskasse finanziert wurde. Die jüdischen Geflüchtetenhilfsorganisationen erreichten in den vier Monaten zwischen November 1939 und März 1940 so viel, dass Herman Kruk 1414Herman Kruk (1897-1944), polnischer Bibliothekar und Aktivist des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes (kurz: Bund) floh angesichts der immanenten Gefahr durch die heranrückende Wehrmacht 1939 aus seiner Heimatstadt Warschau nach Vilnius. Dort lebte er fast vier Jahre und durchlebte das Schicksal der jüdischen Gemeinde unter sowjetischer, litauischer, wieder sowjetischer und schließlich deutscher Besatzung. Von 1941 bis 1943 lebte er im Vilnaer Ghetto. Seine Zeit in Vilna dokumentierte Kruk als Chronist. Im Jahr 1943 wurde Kruk in das Konzentrationslager Klooga nahe Tallinn deportiert, wo er im September 1944 ermordet wurde. in der Märzausgabe 1940 von Folksgezunt stolz Folgendes mitteilen konnte:

Schon jetzt kann man sagen, dass dank des Komitees für Geflüchtetenhilfe der jüdischen Gemeinde Vilnius, dank der finanziellen Unterstützung des “Joint”, dank der Mitarbeit des TOZ auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge – es in Vilnius keinen einzigen hungrigen jüdischen Geflüchteten gibt, jeder Geflüchtete eine Adresse hat, wo er hinkommen und Bedarf anmelden kann und wo er sowohl Kleidung, als auch Wohnhilfe, medizinische Fürsorge, juristische Hilfe und, falls nötig, auch eine fachliche Ausbildung etc. bekommt. 1515Kruk, Hermann, April 1940: Pleytim (2ter reportazsh), pp. 11–13 in: Folksgezunt: Ilustrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higyene un meditsin 4, p. 11.

Herman Kruks Würdigung der Aktivitäten von TOZ-OZE hatte ihre Berechtigung. Diese Hilfsgesellschaft versorgte zahlreiche Geflüchtete nicht nur mit Unterkünften, sondern auch medizinisch. Doch sollten seine Lobgesänge unter dem wenn auch wohlwollenden Vorbehalt gelesen werden, dass, die Zeitschrift, in der Kruk seine Reportage „Pleytim” [Geflüchtete] publizierte, das Zentralorgan von OZE war und somit von Objektivität wohl kaum eine Rede sein kann. Und noch fehlte der Sprung zur Selbsthilfe.

„Die Geflüchteten in Vilnius hatten schon Pocken und Masern,“ sagte ein Geflüchteter zu mir, „und trotzdem können sie sich immer noch nicht auf die eigenen Füße stellen. Die Kinderkrankheiten eines Flüchtlings durchzumachen, ist peanuts!…“ „Erst wenn wir uns wieder auf die eigenen zwei Beine stellen können,“ sagte er weiter, „werden die wirklichen, die ’nastoyashtshe‘ [von Russisch: echt, wahr, leibhaften] (dabei macht er gewisse Vilner Juden nach) Flüchtlingssorgen anfangen“. Hier steckt viel Wahrheit drin: Jeder Flüchtling hat sich hier schon einigermaßen eingerichtet, ein Dach über dem Kopf gefunden, ein bisschen Kleidung bekommen, Mittagsessen in einer Hilfsküche, die zweite Registrierungsrunde mitgemacht… Die Kinderkrankheiten des Flüchtlings sind noch lang nicht vorbei und auf den eigenen Füßen steht er auch noch lange nicht. 1515Kruk, Hermann, April 1940: Pleytim (2ter reportazsh), pp. 11–13 in: Folksgezunt: Ilustrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higyene un meditsin 4, p. 11.

Mit dem Ende der Kinderkrankheiten beginnt der Ernst des Lebens. Hilfe zur Selbsthilfe würde für viele als Antwort dienen. Unter anderem richtete TOZ-OZE die sanitäre und medizinische Versorgung so ein, dass geflüchtete Ärzte und Krankenschwestern die Hilfspunkte für sie führten, was so TOZ-OZE, „vom psychisch-hygienischen Standpunkt [für die Geflüchteten] eine große Bedeutung habe“. 1616Kruk, Herman, 1940: Vos OZE tut far di pleytim, pp. 14–15 in: Folksgezunt. Ilustrtrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higene un meditsin 4 (April 1940), p. 15.

Der Joint auf der anderen Seite knüpfte an seine Arbeit in Zbąszyń, auch personell, an. Yitskhok Giterman 1717Yitskhok Giterman (1889-1943) war von 1926-1923 Direktor des Joint in Polen. Nachdem er 1939 zunächst aus Polen geflohen war, kehrte er 1940 zurück und leitete weiter die Operationen des Joint mit. Nach der Gründung des Warschauer Ghettos setzte er sich für die Belange seiner Bewohner*innen ein und unterstützte auch Widerstandsgruppen im Untergrund. Er wurde am 1943 von SS Soldaten ermordet. Vgl. United States Holocaust Memorial Museum: Yitzhak Gitterman, in USHMM Holocaust Encyclopedia: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/yitzhak-gitterman (17.10.2019), der dort die Hilfsarbeiten 1938 geleitet hatte, war 1939 ebenfalls nach Vilnius geflohen und nahm sich zusammen mit seinem Kollegen Moses Beckelman mit ungeheurer Entschlossenheit der Geflüchtetensituation in Vilnius an. Ihre finanzielle und moralische Unterstützung war essentieller Bestandteil, die zur Gründung der ersten jüdischen historischen Kommission führten, die Verbrechen Deutschlands an der jüdischen Bevölkerung Polens dokumentierten, das Wilnaer Komitee.

Als im Oktober 1939 eine große Zahl von Vertretern der polnisch-jüdischen Intelligenz ihre Flucht aus Polen in Vilnius vorerst beendete, wurde ihnen im ersten Schritt eine Gemeinschaftsunterkunft von TOZ-OZE zur Verfügung gestellt. Der zweite Schritt erfolgte im November 1939, als Moses Beckelman die Bereitstellung finanzieller Unterstützung für ein „Arbeitshilfsprojekt für die jüdischen Journalisten“ beim New Yorker Hauptquartier des Joint erfragte, „die Zeugenberichte über die Evakuierung von Warschau, die Zerstörung von Städten und die Flucht aus Polen sammeln und sie in Berichtform aufbereiten“ sollten.

Der positive Förderentscheid des Joint zur Finanzierung des „Projekts zur Untersuchung der Zerstörung der jüdischen Bevölkerung Polens und ihrer derzeitige Situation“. Quelle: JDC Archives, Records of the New York Office of the American Jewish Joint Distribution Committee, 1945 – 1954, NY_AR45ß54_00195_1234, NY_AR45ß54_00195_1234

Durch die finanzielle Unterstützung des Joint wurde den heimatlosen Journalisten nun eine verantwortungsvolle Arbeit übertragen, die nicht nur die „Kinderkrankheiten“ von Passivität und Hilflosigkeit heilte, sondern sie zu überaus wichtigen Akteuren innerhalb der jüdischen Flüchtlingsgemeinschaft in Vilnius machte. Hing doch von der Umsetzung dieser Aufgabe – so empfand man es – das Schicksal der ganzen Nation ab. Durch die Arbeit des Komitees wurde jedoch nicht nur die Moral der Mitglieder selbst gestärkt. Sie wirkte wechselseitig: Ihre gesamte Tätigkeit fußte auf Augenzeugenberichten jüdischer Geflüchteter. Sie gaben den Geflüchteten nicht nur eine Stimme und stärkten das Selbstwertgefühl. Sie machten sie zu Autor*innen ihrer eigenen Geschichte. 1818Zur Geschichte des Komitees, siehe Schulz, Miriam, 2016: Der Beginn des Untergangs. Die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Polen und das Vermächtnis des Wilnaer Komitees. Berlin: Metropol. (http://metropol-verlag.de/produkt/miriam-schulz-der-beginn-des-untergangs/).

    Fußnoten

  • 4Zu den Novemberprogromen 1938, siehe Steinweis, Alan E., 2009: Kristallnacht 1938. Cambridge: Harvard University Press; Garbarini, Alexandria/Kerenji, Emil/  Lambertz, Jan/ Patt, Avinoam, 2011: Jewish Responses to Persecution, Vol. II, 1938–194. Lanham: AltaMira, pp. 3–6; Gilbert, Martin, 2006: Kristallnacht: Prelude to Destruction. New York: HarperCollins.
  • 5Bauer, Yehuda, 1981: American Jewry and the Holocaust. The American Jewish Joint Distribution Committee 1939–1945. Detroit: Wayne State University Press, pp. 21–25.
  • 6Yitskhok Giterman (1889-1943) war von 1926-1923 Direktor des Joint in Polen. Nachdem er 1939 zunächst aus Polen geflohen war, kehrte er 1940 zurück und leitete weiter die Operationen des Joint mit. Nach der Gründung des Warschauer Ghettos setzte er sich für die Belange seiner Bewohner*innen ein und unterstützte auch Widerstandsgruppen im Untergrund. Er wurde am 1943 von SS Soldaten ermordet. Vgl. United States Holocaust Memorial Museum: Yitzhak Gitterman, in USHMM Holocaust Encyclopedia: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/yitzhak-gitterman (17.10.2019)
  • 7Emanuel Ringelblum (1900-1944) war ein jüdisch-polnischer Historiker, politischer Aktivist, Mitarbeiter in Hilfsorganisationen und Leiter und Chronist des geheimen Warschauer Ghettoarchivs. Als Historiker beschäftigte er sich vor allem mit der Geschichte der polnischen Jüdinnen*Juden, insbesondere in Warschau. Die Erforschung ihrer Geschichte – und damit ihrer historischen Teilhabe an der polnischen Gesellschaft – wollte sich Ringelblum auch die politische Eingliederung der polnischen Jüdinnen*Juden starkmachen. Zudem engagierte er sich in Jiddischen Kulturvereinen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Ringelblum für jüdische Hilfsorganisationen. Insbesondere gründete er 1940 ein geheimes Archiv zur Dokumentation des Lebens im Warschauer Ghetto. Bis zu seiner Ermordung durch die Nazis 1944 schrieb Ringelblum weiter an historischen Werken, die auch die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Polens während des Zweiten Weltkriegs dokumentierten. Vgl. Kassow, Samuel: Ringelblum, Emanuel, in: The YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe: https://yivoencyclopedia.org/article.aspx/Ringelblum_Emanuel (17.10.2019)
  • 8Zu Zbąszyń, siehe Alina Bothe/Gertrud Pikhan (ed.), 2018: Ausgewiesen! Berlin, 28. 10.1938: Die Geschichte der „Polenaktion“. Berlin: Metropol; Alexandria Garbarini/Emil Kerenji/Jan Lambertz/Avinoam Patt (eds.), 2011: Jewish Responses to Persecution, Vol. II, 1938–1940. Lanham: AltaMira, pp. 3–7; Kassow, Samuel, 2007: Chapter 4: Organizing the Community. Self-help and Relief, pp. 90–144 in: Who will write our history? Emanuel Ringelblum, the Warsaw Ghetto, and the Oyneg Shabes Archive. Bloomington: Indiana University Press.
  • 9Raphael Mahler (1899–1977) war polnisch-jüdischer Historiker. Mit Emanuel Ringelblum gründete er den Kreis Junger Jüdischer Historiker, der sich schließlich mit der Historischen Abteilung des Yidishn visnshaftlekhn Institut (YIVO) affiliierte. Er war hier aktiv als Wissenschaftler und Redakteur des institutseigenen Journals involviert. Als Historiker veröffentlichte seine historischen Studien auf Jiddisch, Polnisch, Deutsch, Hebräisch und Englisch. Sein Hauptwerk Divre yeme Yisra’el: Dorot aḥaronim (Geschichte des Jüdischen Volkes in der Moderne; 1952–1979) ist mit sieben veröffentlichten Bänden unvollendet und liegt in der Kurzfassung auf Jiddisch, Hebräisch und Englisch vor. 1937 emigrierte Mahler in die Vereinigte Staaten, wo er am YIVO und am Jewish Teachers‘ College in New York unterrichtete. 1950 zog er weiter nach Israel, wo sein Werk 1977 mit dem prestigeträchtigen Israel Prize ausgezeichnet wurde.
  • 10Yitskhok Giterman (1889-1943) war von 1926-1923 Direktor des Joint in Polen. Nachdem er 1939 zunächst aus Polen geflohen war, kehrte er 1940 zurück und leitete weiter die Operationen des Joint mit. Nach der Gründung des Warschauer Ghettos setzte er sich für die Belange seiner Bewohner*innen ein und unterstützte auch Widerstandsgruppen im Untergrund. Er wurde am 1943 von SS Soldaten ermordet. Vgl. United States Holocaust Memorial Museum: Yitzhak Gitterman, in USHMM Holocaust Encyclopedia: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/yitzhak-gitterman (17.10.2019)
  • 11Document 1-1: Brief von Emanuel Ringelblum, Środborów, Polen, to Raphael Mahler, New York City, 6. Dezember 1938, Moreshet Mordechai Anielevich Memorial Archive D.1.4927 (Original auf Jiddisch) hier übersetzt aus dem Englischen in: Alexandria Garbarini/Emil Kerenji/Jan Lambertz/Avinoam Patt (eds.), 2011. Jewish Responses to Persecution, Vol. II, 1938–1940. Lanham: AltaMira, pp. 6–7.
    Emanuel Ringelblum (1900-1944) war ein jüdisch-polnischer Historiker, politischer Aktivist, Mitarbeiter in Hilfsorganisationen und Leiter und Chronist des geheimen Warschauer Ghettoarchivs. Als Historiker beschäftigte er sich vor allem mit der Geschichte der polnischen Jüdinnen*Juden, insbesondere in Warschau. Die Erforschung ihrer Geschichte – und damit ihrer historischen Teilhabe an der polnischen Gesellschaft – wollte sich Ringelblum auch die politische Eingliederung der polnischen Jüdinnen*Juden starkmachen. Zudem engagierte er sich in Jiddischen Kulturvereinen. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Ringelblum für jüdische Hilfsorganisationen. Insbesondere gründete er 1940 ein geheimes Archiv zur Dokumentation des Lebens im Warschauer Ghetto. Bis zu seiner Ermordung durch die Nazis 1944 schrieb Ringelblum weiter an historischen Werken, die auch die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Polens während des Zweiten Weltkriegs dokumentierten. Vgl. Kassow, Samuel: Ringelblum, Emanuel, in: The YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe: https://yivoencyclopedia.org/article.aspx/Ringelblum_Emanuel (17.10.2019)
  • 12Kruk, Herman, 1940: Vos OZE tut far di pleytim, pp. 14–15 in: Folksgezunt. Ilustrtrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higene un meditsin 4 (April 1940), pp. 14–15. Deutsche Übersetzung © Minor.
  • 13ORT in Vilnius [Webseite erstellt vom Vilna Gaon State Jewish Museum], ortinlithuania.ort.org/ort_in_vilnius.htm [10.9.2019].
  • 14Herman Kruk (1897-1944), polnischer Bibliothekar und Aktivist des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes (kurz: Bund) floh angesichts der immanenten Gefahr durch die heranrückende Wehrmacht 1939 aus seiner Heimatstadt Warschau nach Vilnius. Dort lebte er fast vier Jahre und durchlebte das Schicksal der jüdischen Gemeinde unter sowjetischer, litauischer, wieder sowjetischer und schließlich deutscher Besatzung. Von 1941 bis 1943 lebte er im Vilnaer Ghetto. Seine Zeit in Vilna dokumentierte Kruk als Chronist. Im Jahr 1943 wurde Kruk in das Konzentrationslager Klooga nahe Tallinn deportiert, wo er im September 1944 ermordet wurde.
  • 15Kruk, Hermann, April 1940: Pleytim (2ter reportazsh), pp. 11–13 in: Folksgezunt: Ilustrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higyene un meditsin 4, p. 11.
  • 16Kruk, Herman, 1940: Vos OZE tut far di pleytim, pp. 14–15 in: Folksgezunt. Ilustrtrirter populer-visnshaftlekher zshurnal far higene un meditsin 4 (April 1940), p. 15.
  • 17Yitskhok Giterman (1889-1943) war von 1926-1923 Direktor des Joint in Polen. Nachdem er 1939 zunächst aus Polen geflohen war, kehrte er 1940 zurück und leitete weiter die Operationen des Joint mit. Nach der Gründung des Warschauer Ghettos setzte er sich für die Belange seiner Bewohner*innen ein und unterstützte auch Widerstandsgruppen im Untergrund. Er wurde am 1943 von SS Soldaten ermordet. Vgl. United States Holocaust Memorial Museum: Yitzhak Gitterman, in USHMM Holocaust Encyclopedia: https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/yitzhak-gitterman (17.10.2019)
  • 18Zur Geschichte des Komitees, siehe Schulz, Miriam, 2016: Der Beginn des Untergangs. Die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Polen und das Vermächtnis des Wilnaer Komitees. Berlin: Metropol. (http://metropol-verlag.de/produkt/miriam-schulz-der-beginn-des-untergangs/).