Giovanni über die Gefahren der Flucht

Gespräch mit Giovanni aus Äthiopien.

„Lasciami dire una cosa. Chiunque fa la strada che io ho percorso per arrivare qui non lo farà mai per divertimento. Se lo fai significa che non potevi vivere nel tuo paese. Se qualcuno mi chiede info sul viaggio io sarò sincero e dirò che scappi dalla morte ma vai incontro al pericolo di morte affrontando il viaggio nel Sahara e nel mare. Dovresti andare via dal tuo paese con le tue buone ragioni per non rimpiangere qualcosa che potrebbe succedere sulla tua strada verso la libertà. Io non mi lamento, grazie a Dio. Ho un lavoro e uno stipendio decoroso. Spero di poter un giorno aprire un negozio tutto mio.“

 

„Lass mich etwas sagen. Alle, die diesen Weg genommen haben, um hier anzukommen, haben das nicht aus Vergnügen gemacht! Wenn du dies auf dich genommen hast, dann weil du in deinem Land nicht mehr leben konntest. Wenn mich jemand nach Informationen über die Reise fragt, bin ich aufrichtig und sage, dass sie damit dem Tod entkommen, sich aber einer Todesgefahr auf dem Weg durch die Sahara und über das Meer stellen. Sie sollten ihr Land aus schwerwiegenden Gründen verlassen, um ihre Entscheidung auf dem Weg in die Freiheit nicht zu bereuen. Ich beschwere mich nicht, Gott sei Dank. Ich habe einen Job und ein anständiges Gehalt. Ich hoffe, eines Tages meinen eigenen Laden zu eröffnen.“

 

Dieser Text stammt aus einem Gespräch, das Giovanni am 10.03.2018 in Rom mit Archivio Memorie Migranti (Archive of Migrant Memories) führte. Das Archiv sammelt und veröffentlicht mündliche und schriftliche biographische Berichte von Geflüchteten.

Giovanni beschreibt die Gefahren, denen sich Menschen aussetzen, wenn sie fliehen, und unterstreicht damit, dass niemand die Entscheidung zur Flucht leichtfertig treffen kann. Dass der Weg durch die Wüste, über das Meer und über militärisch bewachte Grenzen für viele Menschen auf der Flucht nicht nur gefährlich sondern auch tödlich sein kann, wird seit 1993 von UNITED for Intercultural Action in der Liste zu Tode gekommener Geflüchteter dokumentiert. Darüber hinaus sterben viele Menschen auf der Flucht, deren Schicksal unbekannt bleibt.

Giovanni wurde 1974 in Dire Dawa in Äthiopien geboren und wuchs bei seiner Tante in Addis Abeba auf. 2005 verließ er infolge der Wahlen das Land. Heute lebt er in Rom und arbeitet als Barbier.

Archivio Memorie Migration: Giovanni, in: Etiopia, n. 4, 10. März 2008,  (14.11.2019).

Übersetzung aus dem Italienischen © Minor.

Suche